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Raucherentwöhnung

Passend zur Zigarettenpreiserhöhung am 1.März 2004 bietet sich ein Anlaß,
diesmal erfolgreich mit dem Rauchen aufzuhören.

Zuerst einmal ein paar Fakten über das Rauchen:

  • junge Raucher entwickeln das höchste Abhängigkeitspotential
  • Rauchen ist eine Sucht
  • 90% der Raucher haben bereits einmal versucht mit dem Rauchen aufzuhören
  • im Mittel machen Raucher pro Jahr 2,8mal einen Aufhörversuch, starke Raucher sogar 6 Mal pro Jahr
  • 10 Mio. Menschen sterben jährlich weltweit an den Folgen des Rauchens
  • Raucher strahlen von innen: ein mittelstarker Raucher (1-2 Packungen täglich) verpasst seinen Bronchien pro Jahr die gleiche Strahlenmenge, die bei 250 Röntgenaufnahmen der Lunge entstehen würde
    (Zigarettenrauch enthält neben Polonium auch Uran)
  • Rauchen erhöht das Lungenkrebsrisiko um den Faktor 5-10
  • Lungenkrebs hat Brustkrebs als häufigste Krebsart bei Frauen abgelöst!
  • Kehlkopfkrebs: 12-fach erhöhtes Risiko
  • Rauchen ist die häufigste Ursache für Blasenkrebs (40-70%)
  • Risiko für Krebserkrankungen im Mund und Rachenraum ist 27fach erhöht
  • in Deutschland werden pro Jahr 10000 Beinamputationen durchgeführt, 90% davon sind Raucher

Rauchen und Schwangerschaft

  • 20% der Schwangeren rauchen
  • Frauen, die in der Schwangerschaft rauchen, haben ein um ein Drittel erhöhtes Totgeburtenrisiko, das Fehlgeburtsrisiko steigt sogar um 50%
  • Geburtsgewicht sinkt um 100-300 g
  • Risiko des plötzlichen Kindstodes steigt (z.B. um 700% bei 20 Zigaretten täglich)
  • Risiko geistig zurückgebliebener Babys steigt um 100%
  • Risiko des Kindes an Asthma zu erkranken steigt
  • IQ des Kindes durchschnittlich unterhalb dem von Nichtrauchern
  • Rauchen während der Schwangerschaft steigert das Risiko der Kinder an ADHS (Konzentrationsschwäche und Hyperaktivität) zu erkranken um 200 Prozent

Diesmal packen Sie's mit folgenden Maßnahmen

  • Aufhördatum festlegen
  • Aschenbecher, Zigaretten und Feuerzeuge wegwerfen
  • in Aktion bleiben (Spazieren gehen, Sport oder Hobbies verstärken)
  • viel trinken (Wasser und Säfte)
  • Nikotin-Ersatz-Therapie beginnen
  • Situationen, in denen der Drang zu rauchen besonders hoch ist, vermeiden (z.B. Kneipe)
  • Alkohol vermeiden

Ihr Körper belohnt Sie bei Raucherentwöhnung

  • 20min. nach der letzten Zigarette gleichen Herzfrequenz und Körpertemperatur der eines Nichtrauchers
  • nach 8 Std. hat sich das Kohlenmonoxid im Blut verflüchtigt
  • schon nach einem Tag wird das Herzinfarktrisiko kleiner
  • 2 Tage nach dem Rauchstopp verfeinert sich das Geschmacksempfinden
  • 3 Tage nach der letzten Zigarette bessert sich die Atmung merklich
  • nach 3 Monaten hat sich die Lungenkapazität um bis zu 30% erhöht
  • nach einem Jahr hat sich das Risiko einer koronaren Herzkrankheit halbiert
  • nach 2 Jahre ist das Herzinfarktrisiko auf fast normale Werte gesunken
  • nach 10 Jahren ist das Lungenkrebsrisiko auf das von echten Nichtrauchern gesunken
  • nach 15 Jahren ist das Risiko einer koronaren Herzkrankheit so groß als hätte man nie geraucht
Vorsicht: Erstverschlechterung zu Beginn der Raucherentwöhnung:
  • Depressionen, Ängstlichkeit, Unkonzentriertheit, Gereiztheit
  • Husten (sehr viel trinken, um das Sekret in den Bronchien zu verflüssigen)
  • Kopfschmerzen, Kreislaufbeschwerden
  • Gewichtszunahme trotz gleicher Nahrungsaufnahme, da Nikotin vorher während des Rauchens die Stoffwechselvorgänge beschleunigt und somit den Grundumsatz erhöht hat, Gewicht normalisiert sich meistens

Methoden zur Rauchentwöhnung

  • Reduziertes Rauchen
    • keine Empfehlung, da statistisch nicht gesichert
  • Verhaltenstherapie
    • Erfolg der Gruppentherapie ist gut belegt
    • Nachteil: Kosten und Zeitintensiv
  • Aversionsbehandlung
    • durch schnelles Rauchen und/oder große Mengen Zigaretten
    • durch Stromstöße
    • durch geschmacksvergällende Substanzen
    • Wirksamkeit nicht belegt, hohe Gefahr kardialer Komplikationen
    • nicht empfehlenswert
  • Hypnose
    • keine Empfehlung
  • Akupunktur
    • wurde in mehreren Studien überprüft
    • Ergebnis: kein Unterschied zu Placebo - keine Empfehlung
  • Nikotinersatztherapie
    • ca. 200 Studien, Wirksamkeit gut belegt
    • z.B. Pflaster, Kaugummi, Sublingualtablette
    • Kombination von 2 Nikotinprodukten steigert Abstinenz von 17,4%(ein Nikotinprodukt) nach 12 Monaten auf 28,6%
    • Richtige Anwendung des Kaugummis: Kaugummi kauen bis ein pfeffriger Geschmack auftritt, dann in der Wangentasche "parken" und intermittierend kauen für 30 Minuten
    • Schwangerschaft: Nichtmedikamentöse Maßnahmen bevorzugen
  • Amfebutamon (Zyban®)
    • erhöht die Konzentration der Neurotransmitter Dopamin und Noradrenalin und vermindert vermutlich über diesen Mechanismus die nicotinbedingten Entzugssymptome und den Rauchdrang
    • verschreibungspflichtig, z.T. starke Nebenwirkungen
    • Erfolgsquote: 30,3%; als Kombi mit Pflaster waren 35,5% nach 12 Monaten noch abstinent
Viel Erfolg!


Herr Haj Ahmad
Herr Haj Ahmad
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